Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)


GANZHEITLICHE VERSORGUNG. 

In unserer Gemeinschaftspraxis bietet Dr. med. Florian Berz, M. Sc., Behandlungen mit der Traditionellen chinesischen Medizin, kurz TCM an. TCM ist die alte Erfahrungsmedizin Chinas, die zunehmend auch im Westen Anwendung findet.

Zur qualitativen Erfassung des aktuellen Beschwerdebilds eines Patienten wurden im alten China die aus der Beobachtung des Makrokosmos abgeleiteten Normkonventionen von Yin und Yang sowie von den 5 Wandlungsphasen auf den Mikrokosmos Mensch übertragen. Die Polarität von Yin (stofflich Materiellem, Struktivem) undYang (energetisch Immateriellem, Aktivem) ist ein entscheidender Grundgedanke des chinesischen Denkens und kann analog auf nahezu alle Phänomene des gesamten Kosmos übertragen werden. Die Abfolge der 5 Wandlungsphasen entspricht der zeitlichen Veränderung von Yin und Yang im Tages- oder Jahresverlauf. Die TCM erfasst somit Befindlichkeitsstörungen, wie z.B. Fieber, Schmerzen, Husten, Durst, in ihrer Qualität und der Untersucher kann sich ein genaues Bild über den aktuellen Zustand des Patienten erstellen.

Ein Arzt untersucht das Bein eines Kindes, das auf einer Liege sitzt, in einer hellen Arztpraxis.
5 Säulen der TCM

 

 

 

Die TCM basiert auf 5 Therapie-Säulen:

  • Akupunktur
  • Chinesische Arzneitherapie
  • Tuina (chinesische manuelle Therapie)
  • Qigong und Taiji (Bewegungstherapien)
  • Diätetik (Ernährungsberatung und Empfehlungen zur Lebenspflege)

TCM kann sehr effektiv sowohl bei chronischen Störungen, wie auch bei akuten Erkrankungen eingesetzt werden. Dies gilt im Besonderen für Atemwegserkrankungen, Allergien, Magen-/Darmbeschwerden und Schmerzustände.

Dr. Berz bietet TCM sowohl für Kinder wie auch für Erwachsene an.

Akupunktur

Akupunktur, seit der Han-Zeit bekannt, nutzt ein Leitbahnsystem und spezielle Punkte zur Regulierung des Energieflusses im Körper, oft durch Nadeln oder andere Methoden wie Laserlicht.

Arzneitherapie

Die Arzneimittel der TCM bestehen hauptsächlich aus Pflanzen, ergänzt durch mineralische und wenige tierische Substanzen. Sie werden nach Temperatur, Geschmack, Funktionskreis und Wirkung beschrieben und kommen in verschiedenen Formen wie Tees, Tropfen und Fertigarzneien zum Einsatz.

Ernährung (Diätetik)

In China wurde früh der Zusammenhang zwischen Ernährung und Gesundheit erkannt. Nahrungsmittel spielen in der TCM eine präventive und therapeutische Rolle und werden nach Temperatur, Geschmack und Wirkung beschrieben.

Tuina

Die chinesische Massagetherapie Tuina hat in der Pädiatrie eine lange Tradition, mit ersten Hinweisen bereits im „Inneren Klassiker des Gelben Kaiser“ (230 v. Chr.). Im Laufe der Ming-Dynastie etablierte sich die Kinder-Tuina als eigene Disziplin, die sich während der Qing-Dynastie in ganz China verbreitete.

Die ersten schriftlichen Hinweise auf Akupunktur (lat.: acus – Nadel, pungere – stechen) mit Beschreibungen von Leitbahnen und einzelnen Punkten gehen auf die frühe Han-Zeit (206 v.Chr. – 220 n.Chr.) zurück.
Die alten Chinesen haben bereits vor vielen hundert Jahren zwei grundlegende Annahmen beschrieben, auf denen die Akupunkturtherapie beruht.
Zum einen wurde das Postulat der Leitbahnen aufgestellt, ein Wegesystem, über das die energetischen Potentiale Qi und Xue im Körper verteilt werden.
Zweitens wurden Punkte beschrieben, über die in besonderer Weise auf den Energiefluss in den Leitbahnen eingewirkt werden kann. In der Regel lassen sich diese auf der Hautoberfläche in leichten Vertiefungen ertasten und sind nicht selten auch Stellen mit erhöhter Druckschmerzhaftigkeit.

Bei der Akupunktur wird der Energiefluss im Körper durch Stimulation mit einer dünnen Nadel reguliert. So können beispielsweise energetische Mangelzustände gestützt oder Blockaden gelöst werden.
Die Akupunktur kann bei Kindern mit besonders dünnen Nadeln, aber auch mit Laserlicht, kleinen Dauernadeln und durch Punktmassage erfolgen.

Die Arzneimittel der TCM bestehen ganz überwiegend aus Pflanzenbestandteilen, ergänzt durch mineralische und einige wenige tierische Substanzen, die allerdings nur im Rahmen des Washingtoner Artenschutzabkommens zur Anwendung kommen.

Erste Wirkbeschreibungen von Arzneimitteln in China sind über 2.000 Jahre alt, sie wurden über die Jahrhunderte immer weiter ergänzt und verfeinert. Im 16. Jahrhundert hat Li Shizhen mit seiner „systematischen Drogenkunde“ (Bencao gangmu) ein Basiswerk der chinesischen Arzneiheilkunde mit über 2000 kategorisiert aufgeführten Arzneimitteln erstellt. Bis heute erfährt die Pharmakopoe der TCM immer weitere Ergänzungen.

Die qualitative Beschreibung der einzelnen Substanzen erfolgt nach ihrem Temperaturvehalten (kalt – kühl – neutral -warm – heiß), der Geschmacksrichtung (salzig – bitter – sauer – süß – scharf), dem Funktionskreisbezug (Leber – Herz – Milz – Lunge – Niere) und ganz entscheidend nach der klinisch beobachteten Wirkung.

Zur Anwendung kommen neben der klassischen Teeabkochung (Dekokt) auch kindgerechte Tropfenlösungen und Konzentrate, Granulate sowie Fertigarzneien zur Anwendung.

In China hat man schon sehr früh den engen Zusammenhang von Ernährung und Gesundheit gesehen. Eine genaue Unterscheidung zwischen Lebensmitteln und Arzneimitteln gab es damals noch nicht, aber bereits 200 n. Chr. hat Shennong („Göttlicher Landmann“) eine sehr differenzierte Aufstellung der Wirkung einzelner Nahrungsmittel erstellt.

In einem berühmten Zitat aus den „Unbefangenen Fragen“ (Suwen) des „Inneren Klassikers des gelben Fürsten“ (Huangdi Neijing, 1. Jh. v. Chr.), Kap.22/4, erfolgt bereits eine Unterscheidung verschiedener Nahrungsmittelgruppen: „Die fünf Getreidearten nähren, die fünf Früchtearten dienen der Unterstützung, die fünf Fleischarten dienen der Mehrung und die fünf Gemüsearten dienen der Vervollständigung“. Die Basis einer ausgewogenen Mahlzeit besteht in China aus gekochtem Getreide (fan). Die unterschiedlichen Getreidesorten, v.a. Reis, stellen das Grundnahrungsmittel einer chinesischen Mahlzeit dar. Ergänzt wird der Getreidebrei zum Gericht (cai) durch zurückhaltende Zugabe von Gemüse, Früchten, Fleisch und Fisch.

Die TCM sieht in der Diätetik eine wichtigen Beitrag in der Prävention von Erkrankungen, aber auch eine bedeutende therapeutische Einflussmöglichkeit, man spricht von einer „Therapie über die Mitte“. Die Nahrungsmittel werden nach denselben Paradigmen, nämlich Temperaturverhalten, Geschmacksrichtung, Funktionskreisbezug und energetische Wirkung beschrieben wie die Arzneimittel.

Die Anwendung der chinesischen Massagetherapie Tuina (tui – Schieben und na – Greifen) in der Pädiatrie hat ein lange Tradition. Bereits im „Inneren Klassiker des Gelben Kaiser“ (Huangdi Neijing, 230 v.Chr.) sind erste Hinweise auf Massagetechniken bei Kindern zu finden. Während der Ming-Dynastie (1368 – 1644 n.Chr.) hat sich die Kinder-Tuina als eigene akademische Spezialdisziplin etabliert und während der anschliessenden Qing-Dynastie (1644 – 1911 n.Chr.) fand eine zunehmende Verbreitung von speziellen pädiatrischen Techniken der Tuina-Anwendungen in ganz China statt.

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